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Antworten zur Kommunalwahl – Dritter Teil: Leben in der Altstadt

Für die anstehende Kommunalwahl am 14. März 2021 wurden die zur Wahl stehenden Parteien von Verein Lebenswerte Seligenstädter Altstadt zu ihren Positionen und Plänen befragt. Die Fragen waren in drei Bereiche gegliedert. Hier nun abschließend die Antworten zu Teil 3 „Leben in der Altstadt / Stadtklima“. Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs. Hier auch als PDF zum Download.

Laut Städte- und Gemeindebund müssen Innenstädte attraktiver für Einkäufe gestaltet werden, um sie „am Leben zu erhalten“. Es wird von Verkehrsberuhigung, Begrünung und Belebung gesprochen.

1. Welche Konzepte werden von Ihrer Fraktion während der nächsten Legislatur vorangetrieben?

FWS -
CDU Wir wünschen uns eine stärkere Begrünung der Altstadt. Unsere Umwelt und das Stadtklima sind wichtige Themen der CDU. Wir können uns dabei besonders eine Begrünung städtischer Liegenschaften und Flächen vorstellen. Außerdem fordern wir bereits seit 2013 die Einstellung eines Klimaschutzmanagers.
DIE GRÜNEN Wir möchten Baum- und Begrünungsstandorte finden und durch geeignete Programme fördern. Die Höfe der Altstadt dürfen nicht bebaut werden, sondern sollten mit viel Grün für ein gutes Mikroklima sorgen. Die Altstadt ist historisch bedingt sehr dicht bebaut. Wir möchten nicht jede freie Fläche für Bebauung nutzen. So ist beispielsweise die Bebauung des Hornhofes das genaue Gegenteil unserer Vorstellungen. Aus unserer Sicht ist es für das Mikroklima unerlässlich, solche Freiflächen zu begrünen, und den Aufenthaltswert zu verbessern. Nur so wird die Altstadt in den zu erwartenden Hitzesommern lebenswert bleiben.

Elementar ist für uns der Erhalt der Frischluftschneise Bleiche/Jahnsportplatz, die wir gerne noch um das Stadtwerkegelände ergänzen würden, denn der Main kühlt beachtlich. Auch der Stadtgraben spielt hier eine sehr wichtige Rolle.

Bauliche Neuerschließungen dürfen keinesfalls ohne Klimagutachten genehmigt werden.

DIE LINKE Der Ausbau des Hopper-Systems zu einem kostenlosen Stadtbus mit verbundenem Park and Ride System soll dazu beitragen die Stadtviertel, gerade die Altstadt als Zentrum, zu vernetzen und zu beleben. Dieses Konzept soll parallel zur “autofreien Altstadt” ins Rollen kommen, damit keine Lücken in der Infrastruktur entstehen. Uns ist wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen sicher und entspannt am Alltag der Seligenstädter Altstadt und Innenstadt teilnehmen können.
SPD Die Stadt Seligenstadt begreift sich als Vorbild im Klimaschutz. Dies bedingt die Fortschreibung und Umsetzung des Klimaschutzkonzepts inklusive der Einstellung eines geförderten Klimaschutzmanagers. Konkrete Projekte sind:
Renaturierung der Bleiche zwischen St. Marien und dem evangelischen Gemeindezentrum. Wir werden den Bestand an Bäumen im Stadtgebiet auf insgesamt 4000 erhöhen. Wir werden das Mikroklima in der Stadt verbessern, z.B. durch Fassadenbegrünung, Brunnen, Schattenspender, hellen Asphalt, Verkehrsbegrünung, grüne Vorgärten und Bewusstsein in der Bevölkerung.
FDP -

Die Verdichtung in und um die Altstadt wird sich weiter negativ auf das Mikroklima im Stadtkern auswirken. Die Frischluftzufuhr ist deshalb zur Vermeidung von gefährlicher Überhitzung zu gewährleisten.

2. Inwieweit fließen solche Überlegungen in die Planungen Ihrer Partei zu Bauprojekten mit ein? Was konkret planen Sie, um Frischluftzufuhr und gesundes Mikroklima zu fördern?

FWS Ein großer Vorteil von Seligenstadt ist die Lage an einem fließenden Gewässer, der Main sorgt generell für ein angenehmes Klima auch im Sommer. Während Hitzeperioden im Sommer liegt in der Regel eine Ostwindwetterlage vor, sodass die Zuluft für die Altstadt attraktiv gekühlt wird. Selbstverständlich muss eine Nachverdichtung klar abgewogen werden, daher berücksichtigen wir alle Faktoren bei jeglichen Bauprojekten die es in und um die Altstadt gibt und geben wird.
CDU Die Altstadt und die naheliegende Umgebung eignet sich für die CDU nicht zur großflächigen Nachverdichtung. Weiterhin setzen wir uns für die Gewährleistung der Frischluftzufuhr in die Altstadt ein. Der Erhalt der vorhandenen Frischluftschneise zwischen Bleiche und Jahnsportplatz ist dabei seit Jahren ein Anliegen der CDU. Wir wünschen außerdem die Renaturierung der Bleiche und können uns eine Prüfung zur teilweisen Freilegung alter Bachläufe gut vorstellen.
DIE GRÜNEN Zusätzlich zu den oben genannten Punkten, verfolgen wir nach wie vor die Renaturierung von Bächen. Wasser spielt eine so große Rolle für das Mikroklima. Leider haben wir es in Seligenstadt versäumt, die Brunnen und Bäche in der Altstadt zu erhalten. Lediglich symbolisch erinnern wir bspw. am Ende der Jakobstraße daran, dass es hier einen Bachlauf gab. Es gibt Städte, wie z. B. Steinau, denen das sehr viel besser gelungen ist. Auch wenn wir das Rad nicht zurückdrehen können, möchten wir – wo immer möglich – für Renaturierungen sorgen.

Wir möchten außerdem sicherstellen, dass Bauprojekte nicht ausgeführt werden dürfen, wenn sie nachweislich negativen Einfluss, z.B. auf den Grundwasserspiegel oder die Frischluftzufuhr haben.

DIE LINKE Die Dächer und Fassaden öffentlicher Gebäude und dort wo es möglich ist auch privater sollen begrünt werden. In einer autofreien Altstadt wo haufenweise Parkflächen wegfallen werden, besteht auch neuer Platz für neue Grünflächen, Bäume und Blumenbeete. Stadtweit fordern wir ein Verbot von Schottergärten und den Rückbau bereits bestehender zu Grünflächen. Darüber hinaus sollen alle Verkehrsinseln im Stadtgebiet begrünt werden. Wie bereits in der ersten Frage erläutert, wollen wir keinen Neubau von Häusern/Gebäuden, der die noch bestehenden Frischluftschneisen der Altstadt blockiert. Dringend notwendige Neubauten müssen über die gesamte Stadt verteilt werden, müssen allerdings auch den ökologischen und stilistischen Merkmalen und Begebenheiten unserer Stadt entsprechen.
SPD Der Klimawandel stresst unseren Stadtwald. Wir wollen mit Aufforstungen, besser passenden Baumarten und durch natürliche Verjüngung die Anpassung unterstützen. Dabei wird sich das Bild des Waldes verändern. Der Wald soll verkehrssicher bleiben und für die Naherholung genutzt werden können. Und in Bebauungsplänen werden wir erheblich höhere Energiestandards vorschreiben als gesetzliche vorgeschrieben. Wir werden Photovoltaikanlagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden systematisch ausbauen und umweltfreundliche Energiegewinnung und ‑nutzung fördern. Auch Seligenstadt muss klimaneutral werden.
FDP -

3. Was gedenken Sie zu unternehmen, um das Mainufer attraktiv zu gestalten und sauber zu halten?

FWS Bezüglich der Mainuferumgestaltung haben wir klare Visionen. Da wir den Verkehr reduzieren wollen ergeben sich zusätzliche Flächen, die zu Naherholungsbereichen umgestaltet werden können. Explizit sehen wir großes Potential am Primusline-Anleger Parkplatz, hier kann man eine attraktive Gemeinschaftsfläche für Jung und Alt direkt am Mainufer entstehen lassen. In den vergangenen Jahren zeigt es sich, dass es den Menschen immer hin zum Wasser zieht, man fühlt sich wohl und es lässt die Seele durchatmen. Wir müssen diese privilegierte Lage besser nutzen, als ausschließlich für Parkplätze. Für die Sauberkeit engagieren sich die Freien Wähler sehr stark, wir sehen, dass man nicht immer nur an die Bevölkerung appellieren kann, oft muss man sie auch an der Hand nehmen. Das tun wir! Mit unseren diversen Reinigungsaktionen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum sauber halten des gesamten Stadtgebietes. Um den vielen Einweg-Togo Abfall nicht entstehen zulassen unterstützten die Freien Wähler ein durchdachtes, übergreifendes Mehrwegsystem.

Auch der Fußgänger- und Radweg entlang des Mains muss stellenweise angegangen werden, denn diverse Engstellen bergen ein hohes Unfallpotential. Wir dürfen nicht immer warten bis etwas passiert. Die Freien Wähler agieren proaktiv.

CDU Das Mainufer ist für die CDU eine Herzensangelegenheit, ist es doch der Vorgarten für all unsere Besucher. Wir werden daher eine Prüfung der Möglichkeiten zur Umgestaltung durch Fachpersonal anstreben, denn Hochwasser- und Naturschutz müssen hier beiderseits Beachtung finden. Beispielhaft sollte das Palatium aus unserer Sicht besser in die Uferpromenade eingebunden und der Fahrradweg nach Klein-Welzheim ausgebaut werden. Der Festplatz bedarf ebenfalls einer Umgestaltung, um sich besser in die natürliche Umgebung einzufügen. Die Mülleimer müssen regelmäßiger sowie an Sonntagen geleert werden. Die in den vergangenen Jahren durch Sturmschäden verlorenen Bäume am Mainufer müssen im Sinne unserer Umwelt und des Stadtbildes endlich nachgepflanzt werden.
DIE GRÜNEN Wir möchten Seligenstadt zum Main hin öffnen. Das ist aufgrund der historisch gewachsenen Stadt nicht so einfach, bietet sich am Stadtwerkegelände aber an. Eine terrassierte, aber auch barrierefreie Öffnung zum Main ist unsere Vorstellung. Der Aufenthaltscharakter muss durch Sitzgelegenheiten und Bepflanzung deutlich erhöht werden.

Wenn es uns tatsächlich gelingt, die Altstadt für Pkws zu sperren, gewinnen wir am Main zusätzliche Flächen zurück, die dann nicht mehr für das Parken genutzt werden müssen. Der Parkplatz an der Fähre und am Wasserbau könnten für andere Zwecke genutzt und entsprechend gestaltet werden.

Als weitere Maßnahmen setzen wir uns für die Einführung von Mehrweggeschirr ein, um Müll gar nicht erst entstehen zu lassen und plädieren für Wertstoffsammler statt schlichter Abfallbehälter.

DIE LINKE Das wohl größte Problem an unserem Mainufer ist der überschüssige und herumliegende Müll, als auch die teilweise überfüllten Mülleimer. Um diesem Problem vorzubeugen setzen wir uns stadtweit für die Errichtung weiterer Mülleimer mit inbegriffener Mülltrennung ein. Da wir in einer Stadt leben, in der der Eisbecher gerade im Altstadtgebiet ein ständiger Begleiter ist, wollen wir für Eis- und Kaffeebecher ein Mehrwegsystem in unserer Stadt einführen, welches die Wiederverwendung dieser Becher sicherstellt. Hierdurch kann Müll vermieden und ein bewusster Umgang mit Ressourcen geschaffen werden.
SPD Thema Mainufer: Siehe Antworten zu 1 „Stadtentwicklung“
FDP Die Öffnung des Mainufers am ehemaligen Stadtwerke-Gelände, die Aufwertung des Mainweges zu einer Kulturpromenade, die Steigerung der Aufenthaltsqualität als Erholungs-und Erlebnisort am Main, z.B. durch attraktive Freiflächen und Ausstattung mit neuen Sitzmöbeln für alle Generationen sind uns gleichfalls wichtiges Ziel.
Das Mainufer bietet Seligenstadt noch viele Möglichkeiten, seine bevorzugte Lage am Fluß die Chance, die mit Wasser einhergehende Atmosphäre neu zu erschließen und unseren Bürgern naturnahe Freude und Genuss in der Stadt zu bieten

 

 

 

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