Bewohnerparken

Es ist erklärtes Ziel des Vereins Lebenswerte Seligenstädter Altstadt, den Bewohnern der Altstadt eine möglichst hohe Wohn- und Lebensqualität innerhalb der bestehenden baulichen Strukturen zu sichern. Dies betrifft in besonderem Maße auch das Parken der Anwohner in fußläufiger Erreichbarkeit ihrer Anwesen. Aufgrund der bestehenden Verkehrsinfrastruktur und der Vielzahl an Tagestouristen war es den Altstadtbewohnern jedoch nicht immer möglich, in der Nähe zu ihrem Zuhause einen Stellplatz zu finden. Seit Ende der 80er Jahre beschäftigte sich der Altstadtverein somit schon mit der Parkproblematik der Altstadtbewohner.

Ein erstes Konzept für eine Parkregelung wurde Mitte der 90er Jahre unter dem damaligen Bürgermeister R. Wenzel erarbeitet. Dieses sah vor, eine Sonderparkberechtigung nur an Bewohner ohne eigenen Parkraum (Innenhöfe galten als private Frei-/ Parkfläche) auszustellen. Indes gab es im Ordnungsamt jede Menge Ausnahmeregelungen, sodass eine Akzeptanz für dieses rechtlich unsichere Konzept unter den Altstadtbewohnern nie richtig erzielt werden konnte. Aufgrund der Undurchschaubarkeit dieser Parkregelung – einhergehend mit einer Flut von Strafzetteln für die Altstädter – wurden Ende 2001 Stimmen unter der Bevölkerung wie auch den politischen Fraktionen laut, Änderungen an dem Parkkonzept durchzuführen.

Jetzt schlug die Stunde für unseren Verein. Auf das Bewohnerparkkonzept der Stadt Alsfeld aufmerksam geworden, schrieben wir am 16. September 2002 einen Protestbrief an den Magistrat mit der Aufforderung einer Neuordnung des Alstadtbewohnerparkkonzepts. Verbunden war der Brief mit Verbesserungsvorschlägen auf Grundlage des Alsfelder Modells und dem Angebot einer aktiven Mitarbeit an einem neuen Parkkonzept. In der Stadtverordnetensitzung am 04. November 2002 wurde schließlich ein Antrag der CDU angenommen, der eine Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit dem Altstadtverein für die Neubearbeitung eines Parkkonzeptes vorsah. In einer für den 05. November 2002 anberaumten Bürgerversammlung erhielt unser Vorstandsmitglied Peter Störck das Wort und offerierte den zahlreich erschienen Zuhörern das Vereinskonzept. In einer anschließenden Abstimmung wurde der Konzeptvorschlag unseres Vereins angenommen, der vorsah, dass jeder Altstadtbewohner für seinen und/oder einen Geschäftswagen einen Parkausweis beantragen und erhalten dürfte.

In den darauf folgenden Monaten folgten genauere Festlegungen verschiedener Parkzonen wie auch Abstimmungsgespräche mit Politik und Seligenstädter Gewerbeverein, der durch ein Anwohnerparkkonzept Parkmöglichkeiten für die Kundschaft gefährdet sah. Nach zähen Verhandlungen und der zwischenzeitlich erfolgten Bürgermeisterwahl, die einen neuen Bürgermeister – Frau Dagmar Nonn-Adams – zum Ergebnis hatte, ging es in die Endphase der Parkkonzeptüberarbeitung. Es wurde ein neues kompetentes und effektives Team seitens der Verwaltung zusammengestellt, dem sich auch Erster Polizeihauptkommisar Theodor Scholz anschloss. Gemeinsam mit Vertretern unseres Vereins Lebenswerte Seligenstädter Altstadt (Peter Störk und Horst Gruber) ist der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 26. Mai 2003 umgesetzt, abgestimmt und verwirklicht worden. Am 12. Juli 2004 wurde die bis heute gültige Bewohnerparkregelung eingeführt:

Mit der Einführung des Bewohnerparkens wird den Altstadtbewohnern ein besonderes Parkrecht im Bereich ihres Zuhauses eingeräumt, während gleichzeitig die Besucher Seligenstadts auf bestimmte Parkflächen und Parkhäuser verwiesen werden. Die Bewohnerparkzonen werden in vier farblich markierte Bereiche aufgeteilt.